„Somato-psychische“ Erkrankungen

Jeder kennt psychosomatische Erkrankungen: physische Erkrankungen (somatisch = körperlich), deren Ursachen in psychischen Problemen liegen.

Bei somato-psychischen Erkrankungen handelt es sich hingegen um psychische Beschwerden, die eine physische Ursache haben.  Hier haben wir es also mit einer genau umgedrehten Kausalität zu tun. Ein einfaches Beispiel, das jeder/r kennt: Kinder werden aggressiv, wenn sie Hunger haben. Unterzuckerungssymptome können sehr vielseitig sein!

Weitere Beispiele:

  • Mikronährstoffdefizite können zu Störungen der Reizverarbeitung und im Dopaminstoffwechsel führen. Mögliche Symptome sind ADHS, depressive Stimmungslagen, motorische Unruhe, Konzentrations- und Schlafstörungen sein.
  • Ein Burnout kann mit einer Erschöpfung der Nebenniere zusammenhängen: Diese ist nicht mehr dazu in der Lage, eine ausreichende Menge des körpereigenen Stress-Hormons Cortisol zu bilden. Es kommt zu der Trias: Müdigkeit – Schmerz – Stressintoleranz. Neben Strategien zur Stressbewältigung (also der psychischen Ebene) muss auch auf der körperlichen Ebene gearbeitet werden, indem bspw. die Nebenniere unterstützt wird.
  • Depressive Stimmungslagen können durch eine fehlerhafte Aufnahme von Fruchtzucker (Fruktose-Malabsorption) hervorgerufen werden: Der Darm kann den Fruchtzucker nicht verarbeiten, er verbindet sich mit Tryptophan und wird ausgeschieden. Tryptophan kann sich nicht mehr ausreichend in das „Glückshormon“ Serotonin umwandeln mit der Folge von depressiven Verstimmungen.
  • Der so genannte „löchrige Darm“ (Leaky Gut) kann zu Autoimmunerkrankungen oder – bei älteren Menschen – zu einer Herzschwäche führen. 
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